Jesus isst Meerschweinchen
25 03 2008
Cusco (03.-07.03.2008)
Eine kleine (echte!) Kuriosität am Rande: Das Innere der Kathedrale von Cusco wird von über 200 Gemälden geschmückt, die natürlich (wie die Kathedrale selbst) aus der Zeit nach der spanischen Conquista stammen und christliche Motive darstellen. Der Großteil der Bilder wurde allerdings von einheimischen, indigenen Künstlern erschaffen, und die haben nicht vergessen, wo sie herkommen. So findet sich der Sonnengott der Inkas, Inti, auf vielen der Bilder, einmal sogar auf der Rückenlehne des Thrones der Mutter Gottes. Maria wird auch häufig in einem ausladenden Kleid dargestellt, das, schaut man genauer hin, die Form eines Berges hat (Berge wurden von den Inkas ebenfalls als Gottheiten verehrt).
In der folgenden Abbildung hat der einheimische Künstler ebenfalls ein paar überraschende Details eingebaut: Auf dem Speiseplan des letzten Abendmahls stand offenbar "cuy", das in den Bergen allseits beliebte Meerschweinchen. Und der verhältnismäßig dunkelhäutige Herr in der Bildmitte vorne rechts, ja, der mit dem Geldsack, ist Franzisco Pizarro, dem Eroberer und Betrüger (er nahm den dreizehnten Inka, Atahualpa, als Geisel, erpresste ein ganzes Zimmer voll Gold und Silber, und ermordete ihn dann dennoch) aus dem Gesicht geschnitten.

Thom
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Eine kleine (echte!) Kuriosität am Rande: Das Innere der Kathedrale von Cusco wird von über 200 Gemälden geschmückt, die natürlich (wie die Kathedrale selbst) aus der Zeit nach der spanischen Conquista stammen und christliche Motive darstellen. Der Großteil der Bilder wurde allerdings von einheimischen, indigenen Künstlern erschaffen, und die haben nicht vergessen, wo sie herkommen. So findet sich der Sonnengott der Inkas, Inti, auf vielen der Bilder, einmal sogar auf der Rückenlehne des Thrones der Mutter Gottes. Maria wird auch häufig in einem ausladenden Kleid dargestellt, das, schaut man genauer hin, die Form eines Berges hat (Berge wurden von den Inkas ebenfalls als Gottheiten verehrt).
In der folgenden Abbildung hat der einheimische Künstler ebenfalls ein paar überraschende Details eingebaut: Auf dem Speiseplan des letzten Abendmahls stand offenbar "cuy", das in den Bergen allseits beliebte Meerschweinchen. Und der verhältnismäßig dunkelhäutige Herr in der Bildmitte vorne rechts, ja, der mit dem Geldsack, ist Franzisco Pizarro, dem Eroberer und Betrüger (er nahm den dreizehnten Inka, Atahualpa, als Geisel, erpresste ein ganzes Zimmer voll Gold und Silber, und ermordete ihn dann dennoch) aus dem Gesicht geschnitten.

Thom
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